Dr. Siegfried Ksinski ist am 08.02.1890 in Schrimm (Śrem im heutigen Polen) geboren. Er kam im Jahr 1909 mit 19 Jahren nach Berlin, um Medizin zu studieren. Im Laufe seiner Karriere spezialisierte er sich auf Augenkrankheiten.
Dr. Ksinski zog nach Friedrichshain und eröffnete 1921 eine erfolgreich gehende, kassenärztlich zugelassene Praxis in der Warschauer Straße 78. 17 Jahre lang führte er seine Praxis, doch dann wurde ihm, wie vielen seiner jüdischen Kollegen, durch die Vierte Verordnung zum Reichsbürgergesetz von 1938 die Approbation entzogen. Daraufhin musste er seine Praxis schließen.
Neben Friedrichshain war er auch eine Zeit lang in Zehlendorf wohnhaft. Freiwillig lebte er zuletzt in der Pacelliallee 57, damals noch Cecilienallee. Später zog er zwangsweise mit seiner Frau nach Charlottenburg. Dort lebten sie jedoch nicht alleine, sondern mussten sich die 4½-Zimmerwohnung, in der sie selbst zwei Zimmer bewohnten, mit weiteren jüdischen Untermietern teilen. Die Duisburger Str. 12 ist die letzte bekannte Adresse von Dr. Ksinski.
Durch seinen Arztberuf war Dr. Ksinski zu einigem Wohlstand gelangt. Von seinem einst großen Vermögen waren 1942 nur noch 9000 RM übrig, welche, ebenso wie das Inventar der Wohnung, nach seiner Deportation „zu Gunsten des dt. Reichs“ eingezogen wurden.
Am 29.11.1942 wurde Dr. Siegfried Ksinski von Berlin aus in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort wurde er ermordet.
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