Amalie Glück wurde am 15. Juli 1881 im galizischen Wojutytschi (heute Воютичі/Wojutitschi, Ukraine) in eine jüdische Familie geboren. Später zog sie nach Westen. Zunächst nach Hamburg, wo am 13. April 1905 ihr Sohn Helmut zur Welt kam. Helmuts Vater ist in der Geburtsurkunde nicht angegeben.
Noch im selben Jahr zog sie nach Berlin. Bis 1910 wohnte sie in Berlin, in der Hochmeisterstr. 11 (heute Husemannstraße). Zunächst verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Arbeiterin in einer Zigarettenfabrik.
Amalie wechselte oft den Wohnort. 1917 wohnte sie in der Cantianstr. 16 und 1920 in der Oderberger Str. 4. Zu dieser Zeit arbeitete sie als Köchin. Ab 1922 wohnte sie in der Schliemannstraße 48, II. Stock rechts.
Über ihr Schicksal während der 1930er-Jahre ist nichts bekannt. Auch Amalie wird unter den sozialen Ausgrenzungen, rechtlichen Schikanen und schließlich offenen Verfolgungen schwer gelitten haben. Nicht auszuschließen ist, dass sie ab Frühjahr 1939 wie die meisten „arbeitsfähigen“ Jüdinnen und Juden in Deutschland und Österreich zum Arbeitseinsatz gezwungen wurde.
Ab Oktober 1941 begannen auch in Berlin die Verschleppungen der jüdischen Bevölkerung zunächst in die Ghettos, später direkt in die Vernichtungslager „im Osten“.
Von der Gestapo erhielt sie am 1. Oktober 1942 die Verfügung zur Vermögenseinziehung. Dies war eine Standardprozedur im letzten Stadium der Verfolgungen, die den Betreffenden die bevorstehende Deportation ankündigte. Die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ nahm den nun Ausgeschlossenen und zur Ermordung bestimmten Menschen den letzten noch übrigen Besitz, um sich daran zu bereichern.
Am 12. Dezember 1942 wurde Amalie Glücks „Vermögen“ mit 102,90 RM bewertet und eingezogen.
Sie wurde am 19. Oktober 1942 mit dem „21. Osttransport“ nach Riga deportiert und dort am 22. Oktober 1942 erschossen.
Ihr Sohn Helmut wurde Schneider. Er heiratete am 12. Juli 1928 die evangelisch getaufte Hildegard Martha Auguste Steckling. Bereits 1927 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt. Die Ehe mit einer Nichtjüdin rettete ihn nicht vor der Verfolgung und schließlich Ermordung durch die Nationalsozialisten.
Helmut Glück wurde am 13. September 1939 verhaftet und in das KZ Sachsenhausen gebracht.
Von dort wurde er zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Auschwitz deportiert und ermordet.
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