Ruth Mokry

Verlegeort
Varziner Str. 13 - 14
Bezirk/Ortsteil
Friedenau
Verlegedatum
25. September 2015
Geboren
29. September 1918 in Berlin
Flucht
Flucht Dänemark, Fluchtversuch Türkei, verhaftet 1943 in Warnemünde
Ermordet
in unbekannt
Biografie

Ruth Mokry kam am 29. September 1918 in Berlin als jüngste Tochter von Jacob Mokry und seiner Frau Johanna geborne Turszynski zur Welt. Sie hatte einen älteren Bruder David Martin und zwei ältere Schwestern Frieda und Erna. Ihr Vater war zunächst Hauptkassierer einer Krankenkasse und wurde später Vorstandmitglied einer solchen. 1933 wurde er seines Dienstes enthoben weil er Jude war und erhielt nur ein geringes Ruhegeld. Vermutlich deswegen zog die Familie 1935 in die Varzinerstraße 13/14. Über die Jugend von Ruth Mokry wissen wir nichts. Wahrscheinlich hielt sie sich um 1938 in einem Hachschara- Lager in Grüsen bei Gemünden auf. 1938 wurde dort ihr Pass einbehalten und mit dem Judenstempel gekennzeichnet. Dies geht aus einem Aktenvermerk hervor im Staatsarchiv Marburg, Best. 180 Frankenberg, Nr. 3391. Als ihr der Pass zurückgegeben werden sollte war sie entweder abgereist oder in einem KZ. Dr. Louis Koopmann, der wie sie auch in diesem Hachschara-Lager lebte, wurde im Rahmen der Reichspogromnacht für einige Wochen im KZ Buchenwald interniert. Das Hachschara-Lager in Grüsen wurde in der Reichspogromnacht verwüstet und die Bewohner entweder inhaftiert oder vertrieben. 

Im Jahr 1939 konnte Ruth Mokry mit ihrer Schwester Erna Seff und deren Mann Heinz Seff nach Dänemark ausreisen. Ihr Bruder David Martin gelangte mit seiner zukünftigen Frau nach England und ihre Schwester Frieda nach Palästina. Ruth war in Dänemark in einer Geflügelzucht tätig. Sie schloss sich dort einer Gruppe junger Juden an, die sich " Der neue Weg" nannte und die plante, auf eigene Faust nach Palästina zu gelangen. Da in einer nahegelegenen Fabrik Maschinen für den Export in die Türkei gefertigt wurden beschlossen einige von ihnen, so auch Ruth, sich in den Eisenbahnwaggons mit den Maschinen zu verstecken, um auf diese Weise in die Türkei zu gelangen. Die Waggons sollten während der Durchfahrt durch Deutschland plombiert bleiben und sollten nicht kontrolliert werden. Im Juli 1943 wurde Ruth in Warnemünde aus einem Eisenbahnwaggon geholt, ihr Todesdatum ist unbekannt.