- Location
- Landshuter Straße 5
- District
- Schöneberg
- Stone was laid
-
18 October 2024
- Born
- 1882 in Guben
- Occupation
- Kaufmann
- Arrested
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von 1942 in Gestapo-Zentrale
- Deportation
- to Auschwitz
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Murdered
- 22 February 1943 in Auschwitz
Hugo Leidert wurde am 30. Juni 1882 in Guben geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie. Sein Vater Simon Leidert starb 1916 in Berlin, seine Mutter Ida Leidert, geborene Heynemann, bereits 1911 in Berlin-Schöneberg. Beide Eltern wurden auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beigesetzt.
Hugo wuchs mit mehreren Geschwistern auf. Die Brüder Martin und Max starben früh. Sein Bruder Heinrich, geboren 1879, wurde in Berlin Rechtsanwalt und Notar. Heinrich Leidert überlebte die nationalsozialistische Verfolgung, da er 1939 gemeinsam mit seiner nichtjüdischen Ehefrau Elisabeth nach Shanghai fliehen konnte. Nach dem Krieg kehrte er nach Berlin zurück und starb im Dezember 1950.
Wann die Familie Leidert nach Berlin zog, ist nicht überliefert, jedoch lebte sie spätestens vor 1911 dort. Von ihrem Vater erbten Hugo und Heinrich Leidert jeweils zur Hälfte ein Grundstück in Zossen-Dabendorf. Hugo Leidert nahm als Frontkämpfer am Ersten Weltkrieg teil.
Am 7. Februar 1920 heiratete Hugo Leidert die Geschäftsinhaberin Berta Driebe, die 1885 in Berlin-Charlottenburg geboren wurde und evangelisch war. Anlässlich der Eheschließung trat Hugo Leidert aus der jüdischen Gemeinde aus und ließ sich evangelisch taufen. Dies geht aus einem Brief vom 5. August 1942 hervor. Ungeachtet dessen war Hugo Leidert noch im Jüdischen Adressbuch von 1931 namentlich verzeichnet.
Im August 1920 wurde die gemeinsame Tochter Rita geboren. Die Familie lebte zunächst in der Frobenstraße 2 und zog Anfang der 1930er-Jahre in die Landshuter Straße 5. Hugo Leidert war Kaufmann und führte eine Großhandlung für Posamenten, also für textile Zier- und Schmuckwaren wie Borten, Kordeln und Zierbänder.
Über das Leben der Familie in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft ist wenig bekannt. Welche Formen der Ausgrenzung und Entrechtung sie konkret erlebten, lässt sich nur in Ansätzen rekonstruieren. Im Rahmen eines späteren Wiedergutmachungsverfahrens berichtete die Tochter Rita, dass ihr Vater ab 1942 Zwangsarbeit in einer Firma in Berlin-Treptow leisten musste. Im Verlauf desselben Jahres wurde Hugo Leidert von der
Gestapo
verhaftet und in das Gestapo-Gefängnis in der Albrechtstraße gebracht. Zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt wurde er nach Auschwitz deportiert.
Laut der dort ausgestellten Sterbeurkunde starb Hugo Leidert am 22. Februar 1943 im Alter von 61 Jahren. Als Todesursache wurde eine Herzmuskelentzündung angegeben. In der Urkunde ist vermerkt, dass er evangelisch war, zuvor mosaisch.
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