- Location
- Otto-Braun-Straße 90
- Historical name
- An der Bartholomäuskirche 2
- District
- Friedrichshain
- Stone was laid
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09 March 2025
- Born
- 15 May 1868 in Breslau (Schlesien) / Wrocław
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Dead
- 18 July 1940 in Berlin
Max Loewy kam am 15. Mai 1868 in Breslau, der Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesien, als Sohn des jüdischen Kaufmanns Meyer Loewy und dessen Ehefrau Johanna, geb. Nothmann, zur Welt. Er hatte noch zwei Geschwister: Rosel (auch Rosalie, *1865) und Salo (*1869). Der Vater betrieb in Breslau eine Fabrik für Krawatten. Über die Kindheit und Jugend von Max Loewy haben sich keine Informationen erhalten. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns.
Nach dem Tod der Mutter heiratete Max' Vater erneut. Die Familie übersiedelte Anfang der 1890er Jahre in die Reichshauptstadt, wo 1893 Max' Halbbruder Gerhard geboren wurde. Meyer Loewy betrieb auch in Berlin eine Krawattenfabrik, die seine Söhne Max und Salo nach seinem Tod 1897 weiterführten.
Max Loewy heiratete am 11. April 1908 in Bublitz (Pommern) die am 5. Dezember 1884 ebendort geborene Rosa Wohl. Auch sie gehörte der jüdischen Religionsgemeinschaft an. Rosas ältere Schwester Betty hatte 1898 in Berlin Max' Bruder Salo geheiratet. Rosa zog nach der Hochzeit zu ihrem Ehemann nach Berlin und brachte dort am 23. Februar 1909 den Sohn Heinz zur Welt.
Seit 1913 lebte die Familie Loewy im Haus An der Bartholomäuskirche 2 im Friedrichshain. Diese kleine Straße gibt es nicht mehr. Sie verlief südlich der heute noch existierenden St.-Bartholomäus-Kirche und verband die Neue Königstraße (heute Otto-Braun-Straße) mit der Georgenkirchstraße.
Zu einem unbekannten Zeitpunkt verlegte sich Max Loewy auf die Fabrikation von Regen- bzw. Gummimänteln. Er war damit sehr erfolgreich und konnte seiner Familie einen hohen Lebensstandard ermöglichen. Sohn Heinz schildert später in den Entschädigungsakten, dass er eine sehr glückliche Kindheit und Jugend verlebte und seine Eltern ihm eine gute Ausbildung angedeihen ließen.
1936 nahm Max Loewy seinen Sohn als Mitinhaber in die Regenmantelfabrik auf. 1937 musste die Firma, die sich in der Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) in Mitte befand, teilweise arisiert werden: Max Loewy wurde gezwungen, aus dem Unternehmen auszuscheiden und der „arische“ Kaufmann Georg Kausch aufgenommen. Im Sommer 1938 musste auch Heinz Loewy die Firma verlassen. Aufgrund der zunehmenden Entrechtung und Verfolgung von Juden und des Verlusts seiner Existenz sah er für sich in Deutschland keine Zukunft mehr und verließ Berlin im Oktober 1938. Er wanderte über Frankreich und Uruguay nach Buenos Aires aus. Heinz Loewy hatte eigentlich geplant, seine Eltern nachkommen zu lassen, sobald er sich in Argentinien eine Existenz aufgebaut hatte. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen.
Max Loewy starb am 18. Juli 1940 in seiner Wohnung an einer Lebergeschwulst und Herzmuskelschwäche und wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt.
Seiner Witwe wurde die Wohnung im Haus An der Bartholomäuskirche 2 gekündigt, sie zog Ende Mai 1941 zu ihrer verwitweten Schwester Betty Loewy in die Lippehner Straße 3 (heute Käthe-Niederkirchner-Straße) im Prenzlauer Berg. Max' Bruder Salo Loewy war bereits am 29. Dezember 1934 in Berlin verstorben.
Rosa Loewy und ihre Schwester Betty Loewy wurden Ende Oktober 1941 in die Synagoge Levetzowstraße in Moabit verschleppt, die kurz vorher zum Sammellager umfunktioniert worden war. Vom Bahnhof Grunewald wurden sie am 29. Oktober 1941 mit dem 3. Osttransport in das Ghetto Lodz und am 4. Mai 1942 weiter in das Vernichtungslager Kulmhof deportiert und ermordet.
Max' Halbbruder Gerhard Loewy wurde am 27. November 1941 mit dem 7. Osttransport nach Riga verschleppt, wo er nach der Ankunft am 30. November in zuvor ausgehobenen Gruben in den Wäldern von Riga-Rumbula erschossen wurde.
Seine Schwester Rosalie, geschiedene Hirschel, wurde von Berlin am 13. Juli 1942 mit dem 20. Alterstransport nach Theresienstadt und am 19. September 1942 weiter in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet.
Max Loewys Sohn Heinz, der sich jetzt Enrique nannte, heiratete am 23. Januar 1941 in Buenos Aires eine Cousine mütterlicherseits: Frieda Wohl, geb. 1916 in Bublitz. Sie bekamen zwei Kinder: Mónica Rosa (*1946) und Mario Alejandro (*1949). Der Neuanfang in Argentinien war schwer: Enrique Loewy war mittellos und lebte in ärmlichen Verhältnissen. Er brauchte erst eine gewisse Zeit, um die Sprache zu erlernen und sich an die veränderten klimatischen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu gewöhnen. Zunächst handelte er in kleinem Umfang mit Regenmänteln, später konnte er seinen Betrieb vergrößern.
Die Aufregungen während der Nazi-Zeit in Deutschland, die erzwungene Emigration und die anfänglich schlechten Lebensbedingungen in Argentinien hatten seine psychische und physische Gesundheit dauerhaft beeinträchtigt. Heinz Loewy verstarb 1989, seine Ehefrau Frieda 2003.
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