- Verlegeort
- Isoldestraße 9
- Bezirk/Ortsteil
- Friedenau
- Verlegedatum
-
21. Mai 2022
- Geboren
- 08. Juni 1884 in Berlin
- Flucht
- 1939 Holland
- Verhaftet
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von 26. Januar 1943 bis bis 31. März 1943 in KZ Vught / Hertogenbusch
- Interniert
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von 31. März 1943 bis bis 19. Oktober 1943 in Westerborg
- Deportation
- am 19. Oktober 1943 nach Auschwitz
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Ermordet
- 19. Oktober 1943 in Auschwitz
Fella Fanny, immer genannt Fella, wurde am 8. Juni 1884 in Berlin in der elterlichen Wohnung geboren. Ihre Eltern waren der jüdische Kaufmann Hermann Leiser und Gisele/ Gitel Leiser, geborene Ettinger.
Fella hatte eine ältere Schwester mit dem Namen Dora, die noch in Tarnow, im damaligen österreichischen Galizien, im jetzigen Polen geboren wurde. Von dort kam die Familie Leiser ursprünglich.
Fellas Vater Hermann Leiser gründete 1891 gemeinsam mit seinem Neffen Julius Klausner das benannte SCHUHHAUS LEISER, erst in Kreuzberg, dann in der Tauentzienstraße, fast neben dem KaDeWe. Mit der Zeit kamen um die 20 Filialen dazu, auch das ELKA in Wien und das HUFF in Amsterdam.
Julius Klausner, der auch in Tarnow gebürtig war, heiratete 1899 seine Cousine Dora, die ältere Schwester von Fella und durfte bald die Geschäfte des Schuhhauses Leiser übernehmen.
Hermann Leiser zog sich aus dem aktiven Geschäftsbetrieb zurück.
Es ist anzunehmen, dass Fella behütet und finanziell abgesichert aufgewachsen ist. Sie heiratete am 1. März 1902 im Alter von erst 17 Jahren den etwa 14 Jahre älteren Kaufmann Maximilian Pollak. Sie bekamen die Kinder Guido (geboren 1903), Edith Sonja (geboren 1907) und Harry Heinz (geboren 1909).
Ab 1914 lebte die Familie in der Isoldestr. 9 in Friedenau, fleißig, glücklich und zufrieden bis die Nazis die Macht in Deutschland übernahmen und sofort mit antijüdischen Gesetzen das Leben der jüdischen Bevölkerung erschwerte.
Fellas Mann Maximilian verstarb am 19.Oktober 1936.
Der zunehmende Hass und die weitere Entrechtung veranlassten Fella zur Flucht nach Amsterdam, wohin ihr Sohn Guido mit seiner Frau Margot bereits im Jahr zuvor geflüchtet war.
Die Tochter Edith Sonja, die mit dem Arzt Dr. Heinz Taubenschlag verheiratet war und 2 Kinder hatte, floh noch rechtzeitig in die USA.
Ihr jüngster Sohn Heinz Harry floh 1935 nach Palästina.
Alle Versuche von Fella, die Genehmigung zur Ausreise in die USA waren zuvor gescheitert.
Fella wurde am 26. Januar 1943 in Amsterdam von den deutschen Nazis verhaftet und in das KZ Vught / Hertogenbusch eingeliefert. Von dort kam sie nach Scheveningen und am 31.März 1943 ins Durchgangslager Westerborg.
Am 19. Oktober 1943 wurde Fella mit 1006 weiteren jüdischen Menschen nach
Auschwitz
deportiert, wo sie vermutlich gleich nach ihrer Ankunft ermordet wurde, falls sie überhaupt die Fahrt dorthin überlebt hat.
Fella Fanny Pollak wurde 59 Jahre alt.
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