- Verlegeort
- Isoldestraße 9
- Bezirk/Ortsteil
- Friedenau
- Verlegedatum
-
21. Mai 2022
- Geboren
- 23. Oktober 1903 in Berlin
- Flucht
- 1938 Holland
- Interniert
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in Westerbork
- Deportation
- am 23. März 1944 nach Auschwitz
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Ermordet
- 31. Januar 1945 im Todesmarsch
Guido wurde am 23.Oktober 1903 in Berlin in der elterlichen Wohnung in der Oranienburgerstr. 84 als das älteste Kind in die jüdische Familie Pollak geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Maximilian Pollak und Fella Fanny Pollak, geborene Leiser.
Die Familie zog 1914 nach Friedenau in die Isoldestr.9. Hier besuchte Guido das Gymnasium, machte Abitur und studierte dann Jura in Berlin, Freiburg und Breslau.
Guido arbeitete danach für das Familienunternehmen Schuhhaus Leiser, welches inzwischen von Julius Klausner, dem Neffen des Gründers Hermann Leiser, geführt wurde. Julius Klausner war mit Dora, der älteren Schwester von Guidos Mutter Fella Fanny, verheiratet. Guido war als juristischer Berater und als Leiter des Kinderschuheinkaufs tätig und hatte Prokura. Da des Klausners keine Kinder hatten sollte Guido zum Nachfolger im Geschäft aufgebaut werden.
Die Nazis haben gleich nach ihrer Machtübernahme 1933 die Prokura von Guido Pollak gelöscht, nachdem sie am 1. April des Jahres das Schuhhaus Leiser und weitere Geschäfte jüdischer Eigentümer am Tauentzien und Kurfürstendamm boykottiert und geplündert hatten.
Am 12. Januar 1937 heiratete Guido Margot Prinz. Schon am 15. März 1938 musste das Paar wegen des zunehmenden Antisemitismus flüchten. Sie flohen nach Amsterdam, wo das Schuhhaus Leiser die Filiale HUFF hatte. Guido eröffnete ein weiteres Schuhgeschäft in Haarlem, wo er Geschäftsführer und Miteigentümer wurde.
Am 12. März 1943 wurde Guido Pollak von den deutschen Nazis verhaftet und über das Polizeigefängnis Scheveningen, das KZ Vught / Hertogenbosch und das
Durchgangslager Westerbork
am 23. März 1944 mit 598 weiteren jüdischen Menschen nach
Auschwitz
deportiert. Er erhielt die Gefangenennummer 175481. Vermutlich musste Guido dort schwere Zwangsarbeit leisten und war unmenschlichen Bedingungen ausgesetzt, ohne ausreichende Ernährung und Bekleidung und ohne hygienische Versorgung.
Am 18. Januar 1945 wurde Guido Pollak mit den anderen noch lebensfähigen Häftlingen bei eisiger Kälte auf den Todesmarsch in Richtung Westen getrieben. Zu diesem Zeitpunkt stand die Rote Armee etwa 60km südlich von Auschwitz. Nach Aussage eines überlebenden Mithäftlings verstarb Guido am 30. oder 31. Januar 1945
Guido Pollak wurde 42 Jahre alt.
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