Else Danielsohn

Verlegeort
Nassauische Str. 30
Bezirk/Ortsteil
Wilmersdorf
Verlegedatum
29. November 2005
Geboren
05. Januar 1907 in Berlin
Deportation
am 05. September 1942 nach Riga
Ermordet
08. September 1942 in Riga
Biografie

Regina Else Danielsohn wurde am 6. Januar 1907 in Berlin geboren. Für ihre Eltern, den aus Bönhof im Kreis Struhm in Westpreußen stammenden Schlächter Hermann Danielsohn (*25. Februar 1874) und dessen Ehefrau Johanna Danielsohn geborene Danielsohn (*8. November 1879), war sie das jüngste Kind von insgesamt fünf Kindern. 

Ihr ältester Bruder Rudolf (*1. Januar 1896) war 11 Jahre älter als sie. Ihre Mutter war bei Rudolfs Geburt erst 16 Jahre alt gewesen. Hermann und Johanna hatten erst 10 Tage nach seiner Geburt geheiratet. Elses später geborene Geschwister Alfred Walter, Erna und Israel Arthur starben noch im Babyalter.

Else wuchs in Berlin-Mitte heran. Als sie 1 Jahr alt war, starb am 18. Dezember 1908

ihr Großvater David Danielsohn (*2. Mai 1839), der Vater ihres Vaters Hermann und der jüngste Bruder ihrer Großmutter mütterlicherseits, Marianne, die mit 70 Jahren 1913 starb. Beide fanden ihre letzte Ruhe auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee. 

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war Else 26 Jahre alt. Ihr Vater starb vier Jahre später am 17. April 1937 mit 62 Jahren in Berlin-Prenzlauer Berg. Auch er wurde auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt. Ihre Mutter Johanna wurde mit 58 Jahren Witwe. Zusammen mit ihren Kindern Else und Rudolf wohnten sie in der Lottumstraße 12 in Berlin-Prenzlauer Berg. Hier waren auch alle noch bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 gemeldet. 

Nachdem Elses Bruder Rudolf am 8. April 1941 mit 45 Jahren starb, zogen Else und ihre Mutter in die Nassauische Straße 30 in Berlin-Wilmersdorf. Die Nassauische Straße 30 war ihre Deportationsanschrift und damit die letzte Adresse in Berlin. 

Else und ihre Mutter wurden Ende August 1942 aufgefordert, sich in der Sammelstelle in der Levetzowstraße einzufinden. Der sogenannte 19. Osttransport verließ den Güterbahnhof Berlin-Moabit entgegen der ursprünglichen Planung nicht am 31. August 1942, sondern am 5. September 1942 – vermutlich in Personenwaggons, die die 801 gelisteten Personen in Richtung Riga transportierten. Kurz nachdem sie in Riga eintrafen, wurden sie auf dem Bahnhof Riga-Skirotava am 8. September 1942 erschossen. Else Danielsohn starb mit 35 Jahren. Ihre Mutter Johanna Danielsohn geborene Danielsohn starb mit 62 Jahren.